Evangelische Johannes-Kirchengemeinde Lüdenscheid
Andachten und Gottesdienste
In der Zeit, in der unsere Kirche geschlossen bleibt und keine Veranstaltungen stattfinden können, bieten wir Ihnen hier tägliche kleine Andachten und auch Gottesdienste, teils als Video, teils als Text, an. Wählen sie den Beitrag zum Tag auf der linken Seite aus, der dann rechts angezeigt wird.
Bleiben Sie behütet und gesund!
mbba: Wenn Ostern mit der Auferstehung Jesu von den Toten, Himmelfahrt und Pfingsten mit der Ausschüttung des heiligen Geistes hinter uns liegen, habe ich immer den Eindruck und auch das Gefühl, da müsste noch etwas (mehr) kommen. Klar haben wir – zeitlich gesehen – danach die persönliche Erfahrung von Saulus, der zum Paulus wird und die Botschaft von Jesus in die damals bekannte Welt trägt sowie die Offenbarung des Johannes über die kommende Endzeit. Dennoch erscheint es mir aus Sicht eines, der im Jahre 2020 lebt, als ob die göttlichen Signale irgendwie abgebrochen oder unterbrochen wären, nachdem die Apostelgeschichte, die Briefe des Paulus und des Johannes plus die Evangelien schriftlich niedergelegt waren. Empfindest Du auch so etwas?

mi: Ostern, Himmelfahrt und Pfingsten haben ja nicht zuletzt deshalb solche Bedeutung, weil sie biblisch belegt sind. Welche Überlieferungen in den Kanon der heutigen Bibel aufgenommen wurden, wurde erst im vierten Jahrhundert endgültig festgelegt. Dass die Geschichte der Christenheit – und damit auch das Geistwirken – auch danach weiterging, ist für mich klar und lässt sich in einzelnen Lebenswegen genauso ablesen, wie in den Epochen der Kirchengeschichte.

mbba: Bitte versuche, meine Fragestellung nicht mit der Reformation zu beantworten, sondern überlege mal mit mir zusammen, ob es die göttlichen Signale über die zwei Jahrtausende nicht doch gegeben hat, wir Menschen aber so sehr mit den von selbst veranstalteten irdischen Dingen beschäftigt waren, dass wir sie schlicht und ergreifend übersehen haben.

mi: Dass wir ein globales Ereignis göttlicher Geschichtsschreibung verpasst hätten – wie etwa die Wiederkunft Jesu -, glaube ich selbst nicht. Ich rechne aber fest damit, dass Gott in dieser Welt tagtäglich wirkt. Und dann kann ich in allerlei Situationen fragen, ob er es gerade auch in dieser einen x-beliebigen Situation in meinem Leben getan hat. Ich kann mir zu 5% sicher sein, oder auch zu 95%. Ob wir mit der Einschätzung richtig liegen, wissen wir letztlich nicht. Wer aber mal in einem Augenblick 100%iger Sicherheit war, hat so etwas wie die „Gewissheit des Glaubens“ erlebt. Von solchen Momenten erzählen die Apostelgeschichte und die Briefe des Neuen Testaments. Und solche Momente, in denen Menschen spüren, dass Gott in, mit und unter ihnen wirkt, ereignen sich bis heute täglich neu. Und tatsächlich braucht es dazu Aufmerksamkeit und das „mit-Gott-Rechnen“ im Alltag. Dies ist für mich die kontinuierlich Fortschreibung der biblischen Geschichte, die in der Tat mit Ostern, Himmelfahrt und Pfingsten - aber auch mit uns - nicht endet.