Evangelische Johannes-Kirchengemeinde Lüdenscheid
Andachten und Gottesdienste
In der Zeit, in der unsere Kirche geschlossen bleibt und keine Veranstaltungen stattfinden können, bieten wir Ihnen hier tägliche kleine Andachten und auch Gottesdienste, teils als Video, teils als Text, an. Wählen sie den Beitrag zum Tag auf der linken Seite aus, der dann rechts angezeigt wird.
Bleiben Sie behütet und gesund!
Frühling im Sauerland

mbba: Mittlerweile sind wir in der vierten Woche des Corona-Ausnahmezustandes angelangt. Mir fällt auf, wie unterschiedlich die Menschen darauf reagieren, mit denen ich per E-Mail oder Telefon Kontakt habe. „Mut macht“ mir persönlich, mit welch großer Disziplin die Bürger unseres Landes sich an die verordneten Auflagen halten, auch wenn es für viele von ihnen sehr starke Einschränkungen gibt. Manchmal denke ich, wir leben hier in Lüdenscheid und Umgebung auf einer Insel der Glückseligen. Einfach deshalb, weil so viele Leute, die ich kenne, einen Balkon oder eine Terrasse an ihrer Wohnung haben oder, noch besser, sich im Garten betätigen und/oder auch mal einen Spaziergang in Feld und Wald machen können, ohne dabei mit anderen in unfreiwilligen Kontakt zu geraten. Wie siehst Du das?

mi: Persönlich erlebe ich das auch so. Viele Leute freuen sich an der Natur und unserem schönen Sauerland. Sei es der eigene Garten, oder der Spaziergang im Grünen.

mbba: Gerade, wenn wir die Möglichkeit haben, mit der Natur in Kontakt zu treten, ist der Gedanke an die Herrlichkeit unserer Schöpfung nicht mehr weit. In diesen Tagen habe ich oft an den Satz aus der Schöpfungsgeschichte (1. Mose 1, 1-31) gedacht, wo es zum Abschluss eines Schöpfungstages heißt: „Und Gott sah, dass es gut war.“ Und am Ende des 6. Tages: „Und Gott sah an alles, was er gemacht hatte; und siehe da, es war sehr gut.“ Wenn wir uns als Menschen des 21. Jahrhunderts dieser Sicht des Alten Testaments anschließen, sollten wir unser Streben dann nicht daran setzen, mit der uns umgebenden Schöpfung wieder stärker in Kontakt zu treten?

mi: Die Sperre gilt ja nur für menschliche Kontakte. Mit Gott dürfen wir weiter uneingeschränkt Kontakt haben. Seine Schöpfung ist ein guter Weg dahin. Schon die Psalmbeter haben in der Betrachtung von Bergen, Tälern und Tieren ihren Schöpfer gefunden. Man könnte sich zum Beispiel Psalm 104 ausdrucken, ihn mitnehmen auf einen kleinen Spaziergang und alles abhaken, was man findet. Auch wenn man wohl keinem Steinbock oder Löwen begegnen wird, bin ich überzeugt, dass wir beim Blick in die Natur innerlich in den Schöpfungsruf einstimmen: „Siehe, die Welt ist sehr gut!“ Nicht perfekt – aber göttlich durchleuchtet, inspirierend und unbedingt schützenswert – eben: „sehr gut“ und natürlich die beste, die wir haben.